Sonntag, 26.4.2020, ab 17:00 Uhr Würde ich hassen, hätte Hitler gesiegt

Tribüne

Die tiefe Menschlichkeit des jüdischen Künstlers JEHUDA BACON
Szenische Lesung mit Bettina Buchholz und ihrer Tochter

Der bekannte jüdische Künstler Jehuda Bacon musste als 15-Jähriger in den letzten Kriegswochen miterleben, wie Häftlinge aus Verzweiflung im KZ-Mauthausen und im Nebenlager Gunskirchen bei Wels das Fleisch toter Kameraden verzehrten, um am Leben zu bleiben.

Zuvor wurde der junge Jehuda gemeinsam mit anderen Buben im KZ Auschwitz-Birkenau vor einen Rollwagen gespannt. Wie Pferde mussten sie das schwer beladene Gefährt durchs Lager ziehen. Die „Birkenau-Boys“ versprachen, einander immer zu helfen und alles miteinander zu teilen. So überlebten dadurch viele aus ihrer Gruppe.

Persönlichkeiten wie Martin Buber oder Přemysl Pitter nahmen sich später des jungen Mannes an und zeigten ihm einen Weg in die Zukunft. So konnte Jehuda, der unsagbares Leid gesehen und ertragen hatte, wieder dem Leben trauen und eine tiefe Menschlichkeit entwickeln.

Beim Eichmann-Prozess (1961) waren Jehuda Bacons Aussagen und die von ihm angefertigten Zeichnungen von größter Wichtigkeit. Er unterrichtete an der Kunsthochschule in Jerusalem und ist ein weit über die Grenzen Israels hinaus anerkannter Maler.

Dieses Theaterprojekt erzählt auch vom pulsierenden Leben im Jerusalem der Nachkriegsjahre. Von Jehudas Künstlerfreunden wie Paul Celan oder vom Erforscher jüdischer Mystik Gershom Scholem. Im vergangenen Sommer besuchte das Theaterteam den 90-jährigen Jehuda Bacon in seiner Wohnung in Jerusalem, mit dabei die elfjährige Hannah, die den jungen Jehuda spielen wird. Die Historikerin Angelika Schlackl und ihr Mann Kurt drehten über fünf Jahre hinweg Videos mit Jehuda Bacon, die ein wesentlicher Bestandteil dieser szenischen Lesung sind.

Der Kulturverein ETTY produziert Theaterprojekte über außergewöhnliche Menschen und ihren besonderen Lebensweg. „Würde ich hassen, hätte Hitler gesiegt“ ist unser Beitrag zum Gedenkjahr 75 Jahre Befreiung von der NS-Diktatur (1945 - 2020).

„Ich bin noch nie einem so sprühenden, authentischen und humorvollen Menschen wie Jehuda Bacon begegnet. Diese szenische Lesung ist mein absolutes Herzensprojekt!“ Johannes Neuhauser Psychotherapeut und Autor

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Sonntag, 29.3.2020, ab 17:00 Uhr Anzeigen