Samstag, 19.9.2020, ab 19:30 Uhr Klassische Klangwolke 2020

BOL_Poschner_1619x1080%c2%a9Reinhard_Winkler

Johannes Brahms’ 4. Sinfonie und Anton Bruckners 7. Sinfonie wurden am 17. Jänner bzw. am 21. März 1886 von den Wiener Philharmonikern unter dem Dirigat von Hans Richter zur Wiener Premiere gebracht.

Brahms erzielte mit seiner heute allgemein als Meisterwerk bewunderten Sinfonie, die seine letzte bleiben sollte, allenfalls einen Achtungserfolg und selbst sein treuer Kritiker-Freund Eduard Hanslick tat sich zunächst ungewohnt schwer mit dem Werk, dem er „ans Herbe streifende[n] Frost“ attestierte. Noch nach einer Aufführung am 2. Jänner 1887 konnte Bruckner nicht ohne Genugtuung vermelden: „4. Sinf. v. Brahms gestern gräßlich durchgefallen.“

Bruckner dagegen brachte sein immerhin schon neuntes sinfonisches Werk endlich den Durchbruch zum international anerkannten Komponisten. Der Erfolg der Sinfonie, den auch Hanslicks abschätzige Bemerkung, sie sei eine „symphonische Riesenschlange“, nicht schmälern konnte, machte ihn zur musikalischen Ikone der „Neudeutschen“, die sein Schaffen „zum sinfonischen Gegenentwurf von Brahms“ (v-)erklärten. Dies geschah nicht zufällig erst nach Wagners Tod, dessen Andenken Bruckner das Adagio der ‚Siebten‘ als „Trauermusik“ widmete. Ein Werk also, für das Pietari Inkinen nach seinem Bayreuth- Debüt im Sommer 2020 ein geradezu idealer Interpret ist.