Samstag, 17.7.2021, ab 20:00 Uhr Granada

Granada3

Spielerisch taucht die Grazer Neo-Austropop-Kombo im bunten Schmelztiegel vieler Kulturen: Einfach und leicht wirkt etwas eben erst, wenn’s gut gemacht ist. // FrischLuft-Bühne

Granada setzen ihre neue Single "Lomari" - zu Deutsch "Fuchs" - in das uralte, immer wieder abstruse Irrwege spinnende Feld der Esoterik: "Lomari" bedient sich einer ebenso alten Erzählweise: der Fabel. Satirisch, kritisch wird aus der Sicht eines "ehrlichen" Scharlatans - wenn man so will, eines modernen Reineke - erzählt. Thomas Petritsch dazu: "Bei der Textarbeit ist es mir darum gegangen Lichtarbeit, Handlesen, Wahrsagen und dergleichen aufzuarbeiten. Wie man die Suchenden zu Glaubenden werden lässt. Sie ködert, abzieht und bei Laune hält, ihnen vermittelt, man bringt Licht ins Dunkel, schenke ihnen Einsicht."

Was bietet sich musikalisch besser an, als sich ähnlich wie zahlreiche derartiger Strömungen in indischen Gefilden zu tummeln? Das Ergebnis ist eine wilde Maskerade, die man im dazu erscheinenden Musikvideo humorvoll inszeniert genießen kann und die eventuell dem einen oder anderen ein bisschen sauer aufstoßen könnte. Darauf ein Gläschen hausgebrautes Granada Wasser!

Granada, die österreichische Neo-Austropop-Band aus Graz. Vielleicht ist es die fast schon mediterrane Leichtigkeit der Steiermark, die den unverwechselbar ehrlichen Charme der fünfköpfigen Formation prägt. Neben Akkordeonisten Alexander Xidi Christoph sind Granada Gitarrist Luskacz Custos, Thomas Petritsch, Sänger, Multiinstrumentalist und Tausendsassa (Effi), Jürgen Schmidt am Bass und Roland Hanslmeier am Schlagzeug. Es scheint als habe Petritsch, Gründer von Granada in dieser Konstellation, nicht nur sprachlich seine Wurzeln gefunden: "Von Anfang an war mir klar, dass ein Akkordeon dabei sein muss. Einerseits als urwienerisches Instrument, andererseits ist es ja auch in der steirischen Musik sehr wichtig."

Der freundschaftliche Spannungsbogen der beiden Städte findet sich auch textlich immer wieder. So werden neben klassische Wiener Themen wie das Kretzel "Ottakring" genauso gefeiert wie "Liebe Grüße aus Graz" im Stück "Berlin". Dass österreichisch sein, positives Augenzwinkern bedeutet, spürt man in "Eh Ok" oder "Palmen am Balkon". "Man kann österreichische Musik nicht auf wenige Elemente reduzieren. "Wir leben in einem Vielvölkerstaat, einem bunten Schmelztiegel vieler Kulturen, und darauf sind wir stolz", meint Gitarrist Lukacz. Spielerisch schaffen es Granada, Einflüsse aus dem Balkan ("Ka Faia") gekonnt neben der rotzigen Attitüde des Wienerliedes ("Verwoiten") zu servieren, während man sich im nächsten Augenblick in einer sechstausend einwohnerstarken "Metropole" am südsteirischen Land ("Prada") wiederfindet. Einfach und leicht wirkt etwas eben erst, wenn’s gut gemacht ist.