Mittwoch, 29.1.2020, ab 20:00 Uhr 22 Tage - Logbuch Sanatorium

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Peter Wenzel liest aus seinem Buch "22 Tage, Logbuch Sanatorium" musikalisch begleitet von 'die piloten'.

Sag niemals Geige zu einer Bratsche oder wie man 'die piloten' beschreibt. Bei einer meiner Buchpräsentationen hatte ich das Glück, von den piloten begleitet zu werden, und auch wenn ich mir den Lapsus leistete, im Anschluss daran die Viola da braccio als „seltsam große und geil dunkel klingende Geige“ zu bezeichnen, war doch eins offenkundig gewesen: Wir hatten zusammengepasst. Ohne vorherige Absprache gelangen die erstaunlichsten Synergieeffekte zwischen Text und Musik, Beginn und Ende, wie minutiös gesetzte Zäsuren, spürbar, fast zwingend. Nun geht es ins Strandgut, der Kulturplattform an der Unteren Donaulände. „Raum für GESTRANDETes“ heißt es da, und wer denkt dabei nicht an die obligatorische Flaschenpost, die bekanntlich zumeist Überraschungen bereithält. Für die Gruppe rund um David Geretschläger, Katharina Knoll, Judith Koblmüllerund Michaela Vaught bedeutet das vor allem: Divergenz. Die Instrumente erklingen in unüblichen Kombinationen, bekannte Akkordfolgen in seltenen Taktarten, Überliefertes aus der klassischen Musiktradition wird mit Texten im Dialekt versehen. Dabei geht es in den Arrangements stets um Alltagssituationen und deren (durchaus auch außermusikalische) Herausforderungen; allerdings nie ohne Augenzwinkern oder ironisches Schmunzeln. Besser könnte man auch „22 Tage. Logbuch Sanatorium“ nicht beschreiben, denn obwohl im Spätsommer 2015 einigen das Lachen bereits im Hals stecken blieb, ist der „Mikrokosmos Heilanstalt“ immer wieder auch Schauplatz von beinahe unfreiwilliger Situationskomik.
Peter Wenzel