Medienkunst in Linz erleben Das Ars Electronica Festival

Eintauchen in die Medienkunst! Jährlich findet im September in Linz das weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannte Ars Electronica Festival statt. Künstler, Forscher und Wissenschaftler aus aller Welt werden in die Donaustadt eingeladen, um in Vorträgen, Workshops, Ausstellungen und Symposien Themen an der Schnittstelle zwischen Kunst, Technologie und Gesellschaft zu bearbeiten.

An diesen Tagen im Herbst wird ganz Linz zum Schauplatz der Medienkunst. Nicht nur das Ars Electronica Center, sondern auch andere Institutionen in der ganzen Stadt präsentieren spannende Installationen rund um ein jährlich wechselndes Thema.

Besucher erleben an den Festivaltagen interessante Projekte und neueste Innovationen der Weltelite. Dabei ist Mitgestalten, Mitdiskutieren und Ausprobieren ausdrücklich erwünscht.

Ars Electronica Festival Linz A3 K3 c Dragan Ilic

Ars Electronica 2018: Error – The Art of Imperfection

6. bis 10. September 2018

Wann wird aus einem Irrtum ein Fehler und wann ein Auslöser einer gefeierten Innovation? Ein Error beschreibt die Abweichung von der Norm - doch was ist die Norm und wer bestimmt sie? Und muss ein Error immer ein Fehler sein, oder bringt er auch die Chance auf Innovation?

Perfektion, Optimierung von Normen, Steigerung von Effizienz, Digitalisierung Überwachung, Datenschutz,... All diese Schlagwörter beschäftigen Menschen auf der ganzen Welt täglich. Doch sollten wir nicht etwas Freiraum lassen und unvollkommen sein, um neue Lösungen zu finden, Fehlentwicklungen zu erkennen und zu korrigieren oder mit besseren neuen Ideen andere Wege einzuschlagen?

Weitere Informationen zum Festivalthema und zum Programm unter: www.aec.at/error

Gerfried Stocker, künstlerischer Leiter, erzählt über die Facetten des Themas

Bei dem Thema „Error“ hat jeder binnen Sekunden Assoziationen im Kopf. Wie kommt das Thema bisher an?

Die ersten Reaktionen sind sehr positiv. Es ist ein wunderbares Thema, das viele Ideen zulässt und inspiriert. Basierend auf Gesprächen und Resonanzen entwickeln wir es aber ständig weiter.

Die Fragestellungen dazu sind vielseitig. Wie nähert sich die Ars Electronica?

Wir werden drei Erzählstränge haben: Der erste leitet sich davon ab, dass immer mehr Menschen das Gefühl haben, dass mit der digitalen Revolution etwas schief gelaufen ist. Dann beschäftigen wir uns mit der Fehlerkultur als Quelle für Innovationen. Drittens geht es um die normierte Gesellschaft. Error bedeutet nicht nur Fehler, sondern auch Abweichung von der Norm. Aus diesen drei Feldern ergibt sich eine schöne Erzählsequenz: Von dem Punkt, an dem wir Unzufriedenheit spüren, bis zu den Alternativen, die sich durch Kreativität und innovative Lösungen bieten. Wir möchten beim Festival helfen,
auf einen akzeptablen Weg in der digitalen Revolution zu kommen. Dazu brauchen wir Toleranz für neue Entwicklungen, denn Error ist der Bruder von Toleranz.

Ars Electronica Festival Linz Post City c Florian Voggeneder

Wie genau entsteht ein Festivalthema?

Nachdem die Ars Electronica vorbei ist. Dann sehen wir uns an, welche Themenstränge wir weiterziehen möchten, und welche eine breite Aufmerksamkeit erzielen können. Bei der Künstlichen Intelligenz im Vorjahr haben wir gemerkt, dass man hier auch die Schwächen dieser Entwicklungen aufzeigen muss. Und dann sind wir bei Error angelangt.

Welche Highlights sollten sich die Besucher nicht entgehen lassen?

Ich persönlich bin von unserer Location, der Post City, begeistert. Wie in den vergangenen Jahren bieten sich im ehemaligen Postverteilerzentrum unzählige Möglichkeiten. Hier werden eine Vielzahl an Künstlern, Universitäten, Firmen und Start-ups ihre Arbeiten präsentieren und vor Ort sein. Die Räumlichkeiten schaffen die perfekte Atmosphäre, die Themen Kunst, Technologie und Gesellschaft miteinander zu verknüpfen. Aber auch die vielen anderen Partner und Locations machen das Festival einzigartig. Die Große Konzertnacht möchte ich jedem ans Herz legen. Es wird eine tolle Inszenierung mit dem Bruckner Orchester. Tänzer, Musiker und Roboter werden sich dabei vernetzen.

Das hört sich alles unglaublich spannend an. Glauben Sie persönlich, dass sich durch die Thematisierung von „Error“ auch an der Entwicklung etwas ändert?

Ja, da bin ich zuversichtlich. Der Mensch hat sich die vergangenen 2000 Jahre immer weiterentwickelt und den neuen Herausforderungen gestellt. Das wird die Gesellschaft auch inmitten der digitalen Revolution schaffen.

Ars Electronica Center Linz c Robert Bauernhansl
Ars Electronica Festival Grosse Konzertnacht c Tom Mesic