Mittwoch, 9.12.2020, ab 19:30 Uhr I soit imma gern

I soit immer gern

Musikalische Satire von Cornelia Metschitzer & Rudi Müllehner

Achtung, der Kampfhund auf dem Foto ist nicht die Ehefrau von der Figur mit dem Hut. Und auch die Figur mit dem Hut ist hier nicht die einzige Figur.

Rudi Müllehner spielt in der aktuellen Satire der Tribüne Linz viele Figuren und lässt sie absurd reden und singen von Corona & Co und auch noch von anderen Sachen. Aber Achtung nochmal, alles hängt irgendwie miteinander zusammen, auch wenn wir uns gerade als großes Puzzle fühlen, wo die Teile nicht mehr zusammenpassen.

Wahrlich, das Leben ist ziemlich crazy geworden auf einmal. Die alten Bahnen haben uns ausgespuckt und auch die alten Muster taugen nichts mehr und man muss sie ausmustern. Aber ist das nun gut oder schlecht?

Das ist gut, sagt der mit dem Sonnenhut, der plötzlich aus dem Hamsterrad geschleudert wurde, das von innen ausschaut wie eine Karriereleiter. Zuerst ist er noch ein wenig getaumelt, dann aber hat er gestaunt über die Welt, wie sie ruhig da lag und auch über seine Kinder, wie groß sie geworden sind. Dann hat er sie von der Sandkiste ins Homeoffice geschickt zu seiner Frau und sich mit Camus auf die Gartenliege gelegt. Ganz gerührt hat er die kleine Biene betrachtet, die von der aufgeplatzten Zwetschke naschte neben dem Baum, und er hat sich dabei gedacht, der Sinn des Lebens ist das Leben selbst.

Aber hat Corona nicht auch einen Sinn? Warum sonst ist sie zu den Menschen gekommen? Doch auch um uns wach zu küssen, oder? Corona hat keinen Sinn, Corona hat auch keine Moral, Corona ist Natur, sagt wieder der mit dem Hut und streichelt sein Hündchen. Man kann nur einen Sinn hineinlegen in sie und auch viel Unsinn. Sie zeigt uns unseren Dreck, sagt wieder ein anderer und lacht höhnisch. Aber warum ist Corona eigentlich eine Sie und warum haben die Automaten auch immer Frauenstimmen?

Wir laufen davon vor dem Tod, wir laufen hinein in den Tod, wir wissen nicht mehr, wohin wir laufen. Im Hamsterrad war es einfacher. Nun kreuzen sich unsere Wege mit lauter unschuldigen Feinden und unser falsches Lachen müssen wir auch unter dem Mundschutz verstecken. Das ist doch alles kein Spaß! Wahrlich, Corona hat uns unsere Blasen aufgestochen, in denen wir so gerne hockten, und jetzt verstrickt sie uns plötzlich wieder miteinander. Du bist wieder wir und wir sind alle betroffen. Das muss doch was ändern, wenn alle dieselbe Erfahrung machen. Alle für sich. Oder?

Klar ist, wir brauchen eine neue Gebrauchsanleitung, um uns selber und die Welt neu zu begreifen. Denn wir sind gerade Teilchen eines neuen Ganzen, das es noch nicht gibt.

Philosophische Betrachtungen rund um Corona & Co von Cornelia Metschitzer, aufgesagt, gespielt und besungen von Rudi Müllehner. Alles radikal subjektiv und verstörend einfach auf den Punkt gebracht, der da lautet: Küssen wir uns gegenseitig wach und funktionieren wir wieder mehr gemeinsam. Wir müssen wieder mehr zusammenstehen, um die nächsten Prüfungen zu überstehen, Stichwort Klimakatastrophe. Denn die Zeitbomben, sie ticken weiter und die Uhr steht nicht still wie das Hamsterrad.

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