Donnerstag, 26.5.2022, 10:00 bis 18:00 Uhr Herbert W. Franke: Visionär

MONDRIAN Franke

Anlässlich des 95. Geburtstags des Medienkunstpioniers Herbert W. Franke würdigt die OÖ Landes-Kultur GmbH sein Leben und außergewöhnliches Werk mit einer Ausstellung. 

Herbert W. Franke ist ein Pionier in vielen Welten, ein Grenzgänger zwischen Kunst und Wissenschaft, der in zahlreichen Disziplinen sehr frühe und entscheidende Leistungen erbracht hat.
Als Computerkünstler der ersten Stunde experimentierte er 1952 zunächst mit genereativer Fotografie, nutzte aber bereits 1954 zuerst einen analogen Computer und dann ab den sechziger Jahren die ersten Großrechner für seine abstrakte „algorithmische“ Kunst nach mathematischen Prinzipien.  1979 war er Mitbegründer der Ars Electronica, des ältesten Medienkunstfestivals der Welt und in den 2000er Jahren ein Vordenker des Metaverse, mit seiner mit Susanne Päch aufgebauten und betriebenen 3D-Welt „Z-Galaxy“, einem Areal wechselnder Ausstellungen auf der Internet-Plattform Active Worlds.
 
Frankes schriftstellerische Laufbahn ebenso wie sein bildkünstlerisches Werk begann Ende der 40er Jahre tief unter der Erde, in den Höhlen Europas. Er hat zahlreiche Großhöhlen im Dachsteinmassiv ersterforscht und ist international bis ins hohe Alter international aktiv geblieben. Bildgewaltig bereits seine frühen Publikationen: konnte er doch erstmals die großen Höhlenräume wiedergeben, ideenreich fotografiert durch Vielfachbelichtungen mit Magnesiumlicht. Seine höhlentheoretischen Arbeiten werden wohl als seine größte wissenschaftliche Leistung angesehen, darunter die Erkenntnis der Altersbestimmung von Stalagmiten mit Hilfe der C14-Methode, aber auch seine theoretisch hergeleitete Annahme von Höhlen am Mars. 
 
Der Visionär Herbert W. Franke erkannte früh, dass der mathematisch definierte Begriff der Stetigkeit in der Wahrnehmung von Kunst eine ähnliche Bedeutung hat wie die Symmetrie und andere Strukturen der Mathematik, die er nutzt, um nach algorithmischen Grundlagen einer „Grammatik für die Bildenden Kunst“ zu suchen - vergleichbar der Notenschrift in der Musik. Als theoretischer Physiker befasste er sich mit Fragestellungen der Kybernetik und mit Wahrnehmungsprozessen, die zu seiner rationalen Kunsttheorie führten. Neben zahlreichen Fach- und Sachbüchern entstanden vor allem aber vielfach preisgekrönte Science-Fiction-Stories und –Romane. Als erster Nachkriegs-Autor der deutschsprachigen SF hat er dieses Genre als Pionier stilgebend geprägt.  
 
Das Leben und umfangeiche Werk beruht gleichermaßen auf der Rationalität des Forschers wie auf der Kreativität des Künstlers. Diesem außergewöhnlichen Brückenschlag zwischen Kunst und Wissenschaft und der enormen Imaginationskraft– von der Kunst bis zur Science-Fiction-Literatur, von der Schönheit der Mathematik bis zur Speläologie – widmet sich die Ausstellung: Herbert W. Franke – Visionär.
Kuratorinnen: Susanne Päch und Genoveva Rückert

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