Pressemitteilung | 28. August 2025 RecycLinz wirft Plastik in die Tonne

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Richtiges Recycling schont wertvolle Rohstoffe und die Umwelt. Daher widmen sich Linz Tourismus und die Johannes Kepler Universität mit „RecycLinz“ gemeinsam dem Thema Kreislaufwirtschaft für Verpackungen. Das Projekt zielt darauf ab, die Hürden der richtigen Entsorgung von Plastikmüll zu verstehen und gezielte Kommunikationsmaßnahmen zu entwickeln. So werden sowohl Bürger*innen als auch Besucher*innen von Linz bei öffentlichen Veranstaltungen und an wichtigen touristischen Orten in der Stadt für ihre wichtige Rolle in einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft sensibilisiert.

Personen v.l.n.r.: Oliver Pils – Leitung „Multimodale Services“ Linz AG Linien, Liliane Grantl – Nachhaltigkeitskoordinatorin Linz Tourismus, Marie-Louise Schnurpfeil – Geschäftsführung Linz Tourismus Laura, Hader-Kregl – Senior Researcher Institute of Polymeric Materials and Testing JKU, Jörg Fischer – Institutsvorstand Institute of Polymeric Materials and Testing und stv. Leiter JKU LIT Factory

Linz Tourismus will Nachhaltigkeit in der Stadt sichtbar, spürbar und erlebbar machen. Dafür wurde der Ideenwettbewerb „Linz. Nachhaltig. Aber wie?“ gestartet – und „RecycLinz“ holte sich beim Festival of Curiosity in der Tabakfabrik den Sieg. Das Projekt hat zum Ziel, sowohl Tourist*innen als auch Einheimische in Linz aktiv in das Thema Kunststoffrecycling einzubeziehen. Mithilfe von Experimenten soll herausgefunden werden, welche Informationen das richtige Trennen am besten fördern. Dabei wird deutlich gemacht, dass Gäste und Bewohner*innen eine zentrale Rolle für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft spielen. Angestrebt wird eine messbar bessere Qualität des Gelben Sacks in Linz. Durch den Citizen-Science-Ansatz werden zudem Bürger*innen, Gäste, Forschung und Entscheidungsträger*innen enger miteinander verbunden. Die gesammelten Daten und Erfahrungen fließen in Dialogformate ein und stärken so das Vertrauen in Wissenschaft und demokratische Prozesse.

„Mit der Johannes Kepler Universität haben wir einen starken wissenschaftlichen Partner an der Seite und verbinden Tourismus und transformative Forschung. So schaffen wir Bewusstsein genau dort, wo Menschen zusammenkommen – bei Veranstaltungen und im Stadtraum“, freut sich Linz Tourismus Geschäftsführerin Marie-Louise Schnurpfeil.

„Durch die Zusammenarbeit mit Linz Tourismus erhalten wir Zugang zu lokalen Veranstaltungen, strategischen Netzwerken und Kommunikationskanälen. Neben den Einheimischen werden auch Gäste einbezogen“, sagt Dr.in Julia C. Schmitt, MSc, stellvertretende Leiterin des Instituts für Integriertes Qualitätsdesign.

Müllentsorgung unter der Lupe

Korrekte Mülltrennung ermöglicht die Wiederverwertung wertvoller Rohstoffe und schont natürliche Ressourcen. Fehlwürfe – etwa Batterien im Restmüll – können nicht nur den Recyclingprozess stören, sondern auch zu gefährlichen Situationen wie Bränden in Müllanlagen führen. Zudem verursacht falsche Trennung höhere Entsorgungskosten, erhöht den Energieaufwand bei der Sortierung und verringert die Qualität von Recyclingmaterialien. Die Müllentsorgung der Menschen wurde beim Pflasterspektakel untersucht und wird weiters im Ars Electronica Center erforscht. Aus diesen Erkenntnissen entstehen konkrete Empfehlungen für Tourismus und Abfallwirtschaft.

Beim Pflasterspektakel 2025 wurde untersucht, wie die Besucher*innen mit der Mülltrennung umgehen. Dafür wurden drei stark frequentierte Sammelstellen am Taubenmarkt, am Pfarrplatz und an der Donaulände beobachtet. Zwischen 17. und 19. Juli kamen dort insgesamt knapp 19 Kilo Abfall zusammen.

Die ersten Ergebnisse zeigen: Das Sammelsystem mit Farben und Schildern war zwar gut gestaltet, doch nicht alle hielten sich daran. Pfandflaschen landeten häufig in den falschen Tonnen, wurden aber teilweise von Menschen wieder herausgeholt. Luftballons wanderten regelmäßig in den Gelben Sack, gehören jedoch in den Restmüll. Mehrere Glasflaschen landeten im Restmüll, obwohl Glascontainer direkt danebenstanden. Zwischen den Standorten gab es deutliche Unterschiede. Am Taubenmarkt zeigte sich eine klare Verbesserung über die Tage. Am Pfarrplatz funktionierte die Trennung insgesamt am besten, auch wenn immer wieder Pfandartikel, Plastikbecher oder Dosen falsch einsortiert wurden. An der Donaulände hingegen war die Fehlwurfquote besonders hoch. Hier sorgten vor allem die vielen Luftballons für Probleme. Dazu lag überraschend viel Glas im Restmüll.

Insgesamt wird deutlich, dass Mülltrennung bei Großveranstaltungen zwar funktioniert, aber noch verbessert werden kann. Manche Fehler entstehen durch Unwissen, andere durch Bequemlichkeit. Ziel ist es nun, die Erfahrungen zu nutzen, um Besucher*innen bei künftigen Events noch gezielter für das richtige Trennen zu sensibilisieren.

Kreislaufwirtschaft spielerisch verstehen

Die App „Climate CAMPAIGNers“ hilft, umweltfreundliche Gewohnheiten spielerisch in den Alltag zu integrieren. Neue Challenges rund um Kunststoffverpackungen – etwa Mehrkomponenten-Verpackungen trennen oder Pfand zurückbringen – sensibilisieren für die richtige Entsorgung. Nutzer*innen können ihre CO₂-Einsparungen verfolgen und werden mit nachhaltigen Belohnungen motiviert. Unter anderem finden sich unter den Belohnungen auch Socken, Taschen und weitere Merchandise-Artikel von Linz Tourismus. Über kurze Fragen nach Abschluss jeder Challenge werden außerdem Daten gesammelt, um besser zu verstehen: Welche Schwierigkeiten treten bei der Mülltrennung auf? Was würde helfen, besser zu trennen? Diese fließen in die wissenschaftliche Auswertung ein und liefern eine fundierte Basis für Empfehlungen an Tourismus, Stadt und Abfallwirtschaft: climate-campaigners.com/Global#stores

„RecycLinz“ ist Teil des Forschungsprojekts „REGAIN“, das vom Institut für Integriertes Qualitätsdesign (IQD) koordiniert und in Zusammenarbeit mit dem LIT Future Energy Lab und dem Institut für Polymerwerkstoffe und Materialprüfung (IPMT) & LIT Factory durchgeführt wird und noch bis Dezember 2026 läuft. Auf der WeFair stellt sich das Team rund um das Projekt den Fragen neugieriger Besucher*innen.

Pressekontakt Linz Tourismus: David Retzer Tel.: +43 (0) 732/7070-2925 E-Mail: david.retzer@linztourismus.at