Mittwoch, 11.5.2022, ab 19:30 Uhr SWR Vokalensemble

SWR Vokalensemble

Venezianische Mehrchörigkeit u.a. von C. Monteverdi trifft auf Werke von L. Nono und M. Sotelo

Luigi Nono und die venezianische Mehrchörigkeit

Eine Brücke von der Gegenwart zurück ins Venedig der Renaissance und des Frühbarocks schlägt unter der Leitung von Marcus Creed das international renommierte SWR Vokalensemble, das erstmals im Brucknerhaus Linz zu hören sein wird. Mit ihrer Vielzahl an Emporen begünstigte die Basilica di San Marco in der Lagunenstadt das alternierende Musizieren von mehreren Teilensembles. Diese Venezianische Mehrchörigkeit reflektierten nicht nur Adrian Willaert, Claudio Monteverdi und Francesco Cavalli – allesamt Kapellmeister am Markusdom – in ihren Chorwerken, ihre raumgreifenden Klangwelten hatten auch enormen Einfluss auf das Schaffen des Venezianers Luigi Nono, der über jene Komposition, die anlässlich des 40. Geburtstags seines Lehrers Bruno Maderna entstand, sagte: „In ‚Sarà dolce tacere‘ klingen deutlich die beiden Choremporen der Kirche von San Marco an.“ Man darf gespannt sein, ob der Nono-Schüler Mauricio Sotelo mit seinem Auftragswerk für das Brucknerhaus diesen traditionsreichen Weg in der Gegenwart weiter beschreiten wird. Den musikgeschichtlichen Brückenschlag kontrapunktieren Vivica Percy und Alexander Knaak bildhaft mit Nonos letztem, von einem Gedicht Antonio Machados inspirierten Werk “Hay que caminar” sognando für zwei Violinen: „Wanderer, es gibt keinen Weg, / der Weg entsteht im Gehen.“

BESETZUNG

SWR Vokalensemble
Vivica Percy
 | Violine
Alexander Knaak | Violine
Ensemble CASTOR
Petra Samhaber-Eckhardt
 | Violine
Irma Niskanen | Violine
Philipp Comploi | Violoncello
Erich Traxler | Cembalo & Orgel
Marcus Creed | Leitung

PROGRAMM

Chorwerke von
Adrian Willaert (um 1490–1562)
Claudio Monteverdi (1567–1643)
Francesco Cavalli (1602–1676)

Luigi Nono (1924–1990)
Sarà dolce tacere (1960) 
“Ha venido”. Canciones para Silvia (1960) 
“Hay que caminar” sognando für zwei Violinen (1989)

Mauricio Sotelo (* 1961)
Caminante, no hay camino (2022) [Uraufführung]