Mittwoch, 13.7.2022, 15:00 bis 18:00 Uhr Mathilde Rosier. Le massacre du printemps

MAERZ_Le-massacre-du-printemps_Videostill_Courtesy-Mathilde-Rosier

In Kooperation mit der Collection Lemaître Paris zeigt die MAERZ Künstler- und Künstlerinnenvereinigung die Videoarbeit „Le massacre du printemps“ der französischen Künstlerin Mathilde Rosier.

Ballet inspired by le Sacre du printemps – Das Frühlingsritus von Vaslav Nijinski-Das Werk ist in zwei Teile gegliedert, die die Prinzipien des ursprünglichen Balletts hinterfragen.
Im ersten Akt von Strawinskys Werk mit dem Titel «Die Anbetung der Erde» erinnert die Choreografie an die Landwirtschaftstänze des heidnischen Russlands. Für Rosier verbinden die Tänzer, die die Bewegungen und Gesten der Bauern beim Ackerbau nachahmen, den Akt der Verehrung des Landes mit dem Beginn seiner fortschreitenden Ausbeutung. Deshalb offenbart sich die «Verehrung» des ursprünglichen Balletts als Beginn einer unaufhaltsamen «Ausbeutung»: «Die Bauern werden zu Weizenähren, das Schicksal der Menschheit ist mit dem der Pflanzen verbunden. » Wir behandeln uns selbst, wie wir Pflanzen behandeln, industrialisiert, kommodifiziert. Das blinde Streben nach Wachstum, Habgier, Gier, spiegeln nur unsere Unfähigkeit wider, jemals zufrieden zu sein. Diese bodenlose Unzufriedenheit ist der Grund für die Katastrophe. »

Im zweiten Akt von Strawinskys Werk mit dem Titel «Das Opfer» wird eine Frau dazu bestimmt, der Erde ein Opfer zu bringen, um für die Rückkehr des Frühlings nach dem Winter zu plädieren und das Wohlergehen der Menschheit zu sichern. In Rosiers Neuinterpretation findet das Opfer der jungen Frau nicht statt, sondern verwandelt sich in die Metamorphose aller Bauern und Weizenfelder in einen Baumwald, der sich über die Stadt und das Industriegebiet, das früher als Neapel bekannt war, ausbreitet. Der Künstler erinnert sich an die jahrtausendealte Kultur, fast wie um einen Kreis zu schliessen oder, besser gesagt, um ihn wieder zu öffnen: «In den barocken Gemälden, die in den zahlreichen Kirchen der Stadt präsent sind, wie auch auf den Votivbildern, schweben die Jungfrau Maria und die Engel über den Sterblichen, mit der Absicht, die chaotische Welt zu beschützen und zu retten. Für viele von uns hat die katholische Botschaft die ontologische Frage nicht beantwortet, aber das Bild bleibt in uns, das Bild eines unsichtbaren Reiches übermenschlicher Geschöpfe, das fähig ist, das Gefühl der Leere zu füllen, das unsere Brust leer und unser Herz trocken macht. Vielleicht sind diese übermenschlichen Kreaturen in natürlichen Formen zu finden, in Bäumen und Wäldern, die unsere Brust bewohnen würden. Wir müssen unsere Brust mit diesem Wald wieder mit Sauerstoff versorgen, die Fülle in uns spüren, die Lungen und das Herz voll. » Text von Andrea Viliani für MADRE , Neapel

Weitere Termine
Dienstag, 28.6.2022, 15:00 bis 18:00 Uhr Anzeigen
Mittwoch, 29.6.2022, 15:00 bis 18:00 Uhr Anzeigen
Donnerstag, 30.6.2022, 15:00 bis 18:00 Uhr Anzeigen
Freitag, 1.7.2022, 15:00 bis 18:00 Uhr Anzeigen
Dienstag, 5.7.2022, 15:00 bis 18:00 Uhr Anzeigen
alle Termine anzeigen weniger anzeigen