Montag, 14.6.2021, 19:30 bis 21:00 Uhr Die Unsichtbaren Dritten

Kepler Salon

Über Beobachtungsinstanzen inner- und außerhalb des Theaters

Nicht alles, was wir tun, ist für uns selbst oder für den Blick der übrigen Anwesenden bestimmt. Wie der Psychoanalytiker Octave Mannoni erkannte, spielen im Theater nicht nur die Darsteller, sondern auch die Zuschauer: Gemeinsam halten sie eine Illusion aufrecht, als gelte es, einen unsichtbaren Dritten zu täuschen. Auch im Alltagsleben praktizieren wir so etwas – z. B. bei Eleganz und Höflichkeit. Der Formenreichtum und die mitunter aufwendige Materialität dieser Praktiken beruhen somit auf Einbildungen, die nicht auf die Naivität tatsächlich anwesender Personen zielen. Was aber geht verloren, wenn Menschen in bestimmten Epochen plötzlich Angst bekommen, es könnte doch jemand dabei getäuscht werden?

ROBERT PFALLER
Professor für Philosophie an der Kunstuniversität Linz

BARBARA JANY
Gastgeberin

In Kooperation mit dem SCHÄXPIR Theaterfestival