Donnerstag, 19.11.2020, 19:00 bis 21:00 Uhr Bewegte Zeiten, Kapitalismus, Krisen, Proteste

LinztourismusMK

In seiner Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte des Kapitalismus zeigte der ungarisch-österreichische Ökonomom Karl Polanyi vor einem Dreivierteljahrhundert auf, wie die Entfesselung der Marktwirtschaft der Gesellschaft an die Substanz geht. 

Nicht zuletzt Arbeit und Natur würden, wenn sie wie Waren allein nach den Gesetzen des Marktes gehandelt werden, zerstört. Daher versuche die Gesellschaft, sich in Form von "Gegenbewegungen" gegen die "Bewegung" ihrer radikalen Vermarktung zu schützen. Sein Werk ist unter finanzkapitalistischen Vorzeichen von ungebrochener Aktualität und wird weltweit aufgenommen, um die gegenwärtigen Entwicklungen zu betrachten. Auch in Österreich hat es erheblichen Anklang gefunden, was sich in der Gründung der International Karl Polanyi Society und der Publikation von Büchern zeigt wie z.B. "Karl Polanyi, Wiederentdeckung eines Jahrhundertdenkers" oder "Capitalism in Transformation, Movements and Countermovements in the 21st Century". Hieran knüpft die Veranstaltung an und fragt: Wie hat sich die Wirtschaftsliberalisierung der vergangenen Jahrzehnte in sozialer und ökologischer Hinsicht ausgewirkt? Wie lassen sich gegenwärtige Proteste, sei es im Feld der Sorgearbeit, sei es im Kontext ökologischer Probleme, erklären? Wohin entwickelt sich der Kapitalismus? Diese Fragen werden in einem Gespräch aufgegriffen, das für die Diskussion mit dem Publikum geöffnet ist.

Es diskutieren: Brigitte Aulenbacher, Ulrich Brand, Fabienne Décieux und Karin Fischer

Moderation: Harald Wildfellner

Eintritt frei!

VHS Linz in Kooperation mit:
Institut für Politikwissenschaften, Universität Wien
Institut für Soziologie, Abteilung für Gesellschaftstheorie und Sozialanalysen und Arbeitsbereich Globale Soziologie und Entwicklungsforschung, JKU Linz
International Karl Polanyi Society